
Aktuelle Erklärung des Vorstands des DMH e.V. zur Aufarbeitung der Verschickungskinderzeit
In den vergangenen zwei Jahren, besonders seit der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der Evangelischen Kirche in Deutschland Ende Januar 2024, wenden sich zunehmend mehr Verschickungskinder mit der Bitte um Mithilfe bei der Aufklärung und konkreten Fragen an den Vorstand des Diakonissenmutterhauses Bad Harzburg e.V.
Deshalb werden wir die Aufarbeitung in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen der Braunschweigischen Landeskirche und des Diakonischen Werkes in Niedersachsen Hannover in diesem Jahr ausbauen und intensivieren.
Dankbar sind wir für die kritischen Rückmeldungen ehemaliger Verschickungskinder, die im zurückliegenden Jahr 2025 das Angebot der "festen Besuchstage" in unserer Seeklinik auf Norderney angenommen haben. Die offenen, ehrlichen und konstruktiven Rückmeldungen nach den Besuchen waren für uns erhellend. Weitere mögliche Schritte der Aufarbeitung konnten wir in einem Gespräch im Januar 2026 mit leitenden Mitarbeitern von Kirche und Diakonie erörtern.
Auf dieser Seite unter dem Link "Verschickungskinderzeit" werden wir Sie über neue Entwicklungen zum Thema sowie über Angebote und wichtige Termine informieren.
Der Vorstand des DMH e.V. am 30.01.2026
Zur Geschichte der Verschickungskinder
Ab Anfang der 1950er bis zum Ende der 1980er Jahre wurden in der Bundesrepublik Deutschland bis zu 12 Mio. Kinder und Jugendliche aus gesundheitlichen Gründen über mehrere Wochen in Kindererholungsheime verschickt. Zu diesen Kurheimen bzw. Kurkliniken gehörten auch das Kinderkrankenhaus „Im Borntal“ in Bad Sachsa im Harz und das Seehospiz Norderney. Der Diakonissen-Mutterhaus Bad Harzburg e.V. ist bzw. war Trägerin dieser beiden Einrichtungen
Für viele Kinder waren die Kuren teilweise mit sehr leidvollen und traumatischen Erfahrungen verbunden. Das Diakonissen-Mutterhaus stellt sich seiner Verantwortung. Die uns bislang bekannt gewordenen Schilderungen beschämen uns. Sie machen uns sehr traurig und betroffen! Wir können das Leid der Verschickungskinder nicht ungeschehen machen. Deshalb bitten wir alle, die damals Leid und Traumatisierung erfahren haben, um Entschuldigung und Vergebung. Den Betroffenen helfen wir bei ihren Nachforschungen und der Aufarbeitung ihrer eigenen Verschickungskinderzeit, soweit dies in unseren Möglichkeiten liegt.
Auf der Grundlage von Fragen der Betroffenen sind über die Verhältnisse in Bad Sachsa umfangreiche Nachforschungen eingeholt worden. Den von der unabhängigen, ehemaligen Richterin, Frau Eva Moll-Vogel, erstellten ausführlichen Bericht über die Situation in der Kinderklinik „Im Borntal“ in Bad Sachsa finden Sie unten auf dieser Seite zum Download.
Die Verhältnisse im Seehospiz sind u.a. Gegenstand der bundesweiten Forschungsarbeiten des Historischen Instituts, Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Humboldt Universität Berlin. Die Studie ist ja mittlerweile erschienen. Haben Sie Interesse an den Inhalten und Ergebnissen der aktuellen Studie, dann klicken Sie nachfolgenden Link an, um zur Studie zu gelangen.
==>> Erster bundesweiter Forschungsbericht zu ehemaligen Kinderkurheimen - Diakonie Deutschland
Sollten Sie weitergehende Fragen zu Ihrem Aufenthalt im Kinderkrankenhaus „Im Borntal“ in Bad Sachsa oder im Seehospiz auf Norderney haben, so helfen wir Ihnen gerne weiter. Damit diese Hilfe unparteilich und unabhängig von uns als Mutterhaus-Vorstand erfolgt, haben wir Frau Beate Reinecke gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen. Sie arbeitet im Hauptberuf als behördliche Berufsbetreuerin beim Land Niedersachsen. Frau Reinecke hilft Ihnen gerne weiter. Sie erreichen sie unter verschickungskinderzeit@dmk-harzburg.de.
Verschickungskinder, die in den 1950er-Jahren bis Ende der 1980er-Jahre in das damalige Kinderkrankenhaus Kaiser Friedrich Norderney zum Klinikaufenthalt verschickt wurden und die die heutige Seeklinik Norderney besuchen möchten, können sich gerne zu den Besuchstagen anmelden.
Für das Jahr 2026 bieten wir interessierten Verschickungskindern folgende feste Besuchstermine an: Samstag, 14. März / Samstag 13. Juni / Samstag 12. September und Samstag, 12. Dezember 2026. Bitte richten Sie Ihren Besuchswunsch gerne auch direkt an den Klinikseelsorger der Seeklinik Norderney gGmbH Pastor Daniel Pohl unter Telefon 04932/899-270 oder via E-Mail an dpohl@seeklinik-norderney.de.
Für Besuchswünsche an anderen Terminen wenden Sie sich ebenfalls an Pastor Pohl oder gerne auch an die Beauftragte für Verschickungskinderzeit, Frau Beate Reinecke, via E-Mail an verschickungskinderzeit@dmk-harzburg.de.
(Klinikgesellschafter/Vorstand am 17.02.2026)









